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Monsterhandbuch: Pegasus

Pegasos, das geflügelte Pferd aus der griechischen Mythologie, der Sohn Medusas und Poseidons, geboren nachdem Perseus der Medusa den Kopf abgeschlagen hat. Damit dürfte Pegasus vermutlich Resultät des ungewöhnlichsten Kaiserschnitts der Geschichte sein.

Fürs Abenteuer wichtiger sind aber die Fähigkeiten Pegasus, denn er kann nicht nur fliegen (was alleine schon praktisch ist), sondern sogar bis auf den Olymp (in D&D-Sprache: in eine höhere Ebene wechseln). Er gilt als weiser Schutzherr der Dichter und vermag durch einen Schlag mit seinen Hufen eine Quelle sprudeln zu lassen.

Zu allem Überfluss gibt es zudem mit den Pegasidae (deutsch: Flügelrossfische) noch eine Fischart, die wie ein Seepferdchen mit Flügeln aussieht. Wer also schon immer einen Unterwasser-Pegasus wollte, hat jetzt die Gelegenheit.

Wir haben also ein fliegendes Pferd, das in engem Kontakt zu Dichtern steht und von einem versteinernden Monster abstammt. Damit kann man doch etwas anfangen.

Pegasus

  • Rüstungsklasse 15
  • Trefferwürfel 4
  • Angriffe 2
  • Schaden 1W6
  • Bewegung 80 Fuß (gehen) / 160 Fuß (fliegen)
  • Anzahl 1W12
  • Rettungswurf wie Krieger 2
  • Moral 8
  • Schätze keine
  • Erfahrung 240

Ein Pegasus sieht aus wie ein geflügeltes Pferd, ist aber streng genommen kein natürliches Wesen. Er entsteht, wenn ein Fohlen das Blut einer Medusa trinkt, Versuche, Pegasi zu züchten, enden stets mit der Geburt äußerst widerspenstiger Pferde. Vom Verhalten entspricht Pegasus größtenteils einem Pferd.

Selbst wenn es einem gelingt, gezielt einen Pegasus zu erschaffen, besteht immer noch das Problem, ihn zu zähmen. Dies gelingt nur mit einem Zaumzeug aus den Haaren einer Medusa (oder ähnlichem Material). Einzig bei Dichtern macht Pegasus eine Ausnahme: Wer ihm ein Gedicht vorträgt, das er noch nicht kennt, darf pro neuem Gedicht einmal auf ihm reiten.

Pegasus kann sich nicht nur normal in den drei Dimensionen bewegen, sondern zusätzlich die Ebene wechseln. Dazu muss er über den Horizont fliegen, was entsprechend lange dauert.

Rezension: Sam Hamilton und der Silberstaub des Glücks

Ich hatte mir das Buch „Sam Hamilton und der Silberstaub des Glücks“ aus dem örtlichen Bücherschrank mitgenommen, weil ich etwas entspannendes für die Wartezeiten zum Lesen brauchte.

Zunächst einmal ein ganz großes Lob an die Autorin: Sie schreibt sehr angenehm und flüssig. Beschreibungen wirken wie aus einem Guss, Dialoge klingen natürlich. Damit hebt sie sich wohltuend von anderen (Jugend-)Fantasy-Büchern ab, deren verquaste Dialoge und weitschweifigen Beschreibungen mir das Lesen teilweise richtig verleiden.

Auch positiv anzumerken: Die Autorin läuft nicht stumpf an Fantasyklischees entlang, sondern bringt eigene Idee ein, ohne dabei bloß anders um der Andersartigkeit willen zu sein. Eine Bürokratie, die das Glück nach rechtlichen Gesichtspunkten zuteilt, per Marienkäfer zustellt und dabei unter der Fachaufsicht für Naturgesetze und Wahrscheinlichkeiten steht? Geheimagenten, die im Auftrag des Glücks das Unglück beobachten und bekämpfen? Unglücksraben, die tatsächlich zugeteiltes Unglück verteilen? Großartig!

Leider hat die Geschichte selbst einige Schwächen:

Sie soll angeblich in den USA spielen, fühlt sich dabei aber unglaublich deutsch an. Vornamen, Verhalten, Angewohnheiten, Bezüge, Popkultur, alles deutsch. Abgesehen von englischen Nachnamen und dem Hinweis auf bekannte amerikanische Städte könnte das Buch problemlos in Europa spielen, der Held von Hamburg nach Kückenshagen anstatt von New York nach Pinewood gezogen sein, das Kasino in Monte Carlo statt Las Vegas stehen. (Das hätte zudem den großen Vorteil, dass die Krähen dann im vorpommerschen Krähenbeer-Kiefernwald aufgetaucht wären, ein wunderbares Wortspiel).

Die Wirkung des Glücks ist widersprüchlich. Es soll laut Erklärung süchtig machen, wenn man es für eigennützige Zwecke einsetzt, aber von der Beschreibung her macht es nur süchtig, wenn man es einsetzt, um Geld zu kommen. Anderer eigennütziger Einsatz hat diese Auswirkungen nicht, während selbst uneigennützige Versuche, Geld zu erhalten, diese Auswirkung haben. Das Glück wird teilweise auch äußerst sinnlos eingesetzt, etwa um einen Fahrkartenschalter auf einem Bahnhof zu finden, während es in anderen Situationen, in denen es nützlich wäre (etwa, wenn sie die Hilfe eines Schaffners oder Polizisten bräuchten), komplett vergessen wird.

Dazu kommt eine seltsame Kombination von losen und offenen Enden. Es wäre z.B. sehr passend, wenn Tante Amanda erst durch Jaques so abergläubisch geworden wäre – stattdessen bleibt dies einfach eine seltsame Marotte, die nicht weiter erklärt wird. Ähnliches gilt für Lisas Koffer, über den zunächst großes Aufhebens gemacht wird, bloß um ihn dann zusammen mit allem anderen Gepäck im Zug zurückzulassen. Es wäre schöner gewesen, wenn sie den Koffer eingesetzt hätten, um irgendwas zu erreichen oder er sie in Schwierigkeiten gebracht hätte.

An einigen Stellen wirkte das Buch unangenehm aus der Zeit gefallen, obwohl es erst vor 14 Jahren (2003) erschien: Das liegt aber einfach daran, dass allgegenwärtiges Internet für uns heute selbstverständlich ist, während es 2003 mit DSL gerade richtig in Fahrt kam.

Dennoch, trotz aller dieser Schwächen hatte ich beim Buch nie das Gefühl, es liefe einfach Fantasyklischees um ihrer Selbst willen ab. Es könnte an einigen Stellen noch stimmiger verlaufen, die Charaktere weniger durch Klischees definieren, die Moral weniger dick aufzeigen. Allerdings sollte man bedenken, dass ich das Buch als Erwachsener lese und die Zielgruppe 10- bis 14jährige sind – da unterscheiden sich Erfahrungshorizont und Anspruch doch enorm.

Ich würde mir wünschen, dass Gunhild Eggenwirth an ihrer Fertigkeit für Plots und Charakterisierung feilt und weitere Geschichten schreibt, denn es hat viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Ich glaube, sie wäre in der Lage, Geschichten zu schreiben, die sowohl Erwachsene unterhalten als auch Kinder ansprechen.

Media Monday #291

1. Breaking Bad ist in meinen Augen vielfach überschätzt, schließlich konnte mich die Serie nicht einmal eine Staffel lang fesseln.

2. Wohingegen Paolo Greco bitte gerne langsam ins Rampenlicht hinüberwechseln dürfte, immerhin hat er mit dem Chthonic Codex eines meiner Lieblings-Settings der letzten Jahre veröffentlicht.

3. James Bond wurde bereits von mehreren DarstellerInnen verkörpert, doch am überzeugendsten war bisher sicherlich Timothy Dalton.

4. Damit ich mich so richtig grusele, muss ein emotionaler Verlust im Spiel sein. Splatter langweilt mich hingegen in aller Regel, es sei denn als Horrorkomödie.

5. Wenn es darum geht, opulenten Luxus und den Lifestyle der High Society zu inszenieren, hat Kim Kardashian die Nase ganz weit vorn, denn sie arbeitet und lebt das nicht nur, sie existiert quasi ausschließlich dafür.

6. Dystopische und/oder endzeitliche Geschichten ermüden mich. Die Welt ging mir in letzter Zeit einfach zu oft (und immer auf abgedroschene Weise) unter.

7. Zuletzt habe ich Biokrieg von Paolo Bacigalupi gelesen und das war für einen Endzeitroman erstaunlich spannend, weil der Autor immerhin ein paar lustige Ideen einspinnt, die nicht einfach nur den gängigen Klischees entsprechen.

Media Monday #290

Neue Woche, neuer Medienmontag (und diesmal sogar gleich zu Wochenbeginn).

1. Resident Evil habe ich mir ja eigentlich nur wegen Milla Jovovich angesehen, wobei der Film dann doch eher wegen der coolen Actionszenen im Gedächtnis blieb.

2. Wenn ein Film so dermaßen gehypt wird wie im Moment „La La Land“, dann gucke ich ihn trotzdem nur, wenn mich der Film auch anspricht. In diesem Fall daher eher nicht im Kino.

3. Im noch jungen Jahr hat mich die Nachricht, dass .

4. Schaue ich mir meine Filmvorlieben so an, scheint Morgan Freeman bei der Rollenauswahl überdurchschnittlich häufig ins Schwarze zu treffen, schließlich wüsste ich spontan keinen Fall, in dem ich ihn schlecht fand.

5. Quentin Tarantino hat ihren/seinen Zenit längst überschritten, immerhin bleibt mir die Erinnerung an jene seiner Filme, die ich mochte.

6. Von all den Dingen, mit denen man mir eine Freude machen könnte, wäre es wohl das Größte, mich zum Essen mit guter Musik einzuladen.

7. Zuletzt habe ich Emerald City angefangen und das war überraschend gut , weil es nicht versucht, die Geschichte um Oz neu zu erzählen, sondern das Land als Basis für eine eigene Geschichte zu verwenden scheint.

Media Monday #289

  1. Wenn ich so auf meine Liste ungesehener Filme blicke, sehe ich bloß die Serie Cannabis – Filme gucken ich selten geplant, sondern meistens spontan.
  2. Vaiana allerdings ist mir auf alle Fälle einen Kinobesuch wert, denn wer kann einer heiteren Südseereise schon widerstehen?
  3. In Sachen Literatur habe ich mir derweil vorgenommen Biokrieg zu lesen.
  4. Vielleicht finde ich ja auch endlich die Zeit ein paar der Bücher vom Fernleih-Stapel anzufordern.
  5. Eine Werkschau von Wespenfresser.
  6. Pokemon Go bereitet mir ja seit Kurzem enorme Freude, schließlich bemerke ich so einmal viele der Dinge, an denen ich sonst achtlos vorbeigelaufen bin.
  7. Zuletzt habe ich Much Loved gesehen und das war ziemlich öde, weil ich im zweiten Teil des Films das Gefühl hatte, die Hauptdarstellerinnen sollen unbedingt auf unpassende Art als Heldinnen dargestellt werden.

Media Monday #288 (01/2017)

Damit ich mich regelmäßig zum Schreiben bringe, habe ich mir vorgenommen, am Medienmontag teilzunehmen. Das fettgeschrieben stammt vom Media Monday #288, das normal geschriebene sind meine Antworten oder Ergänzungen.

  1.  Im Jahr 2017 freue ich mich im Moment am meisten auf die letzte Staffel von Grimm. Nachdem die letzte Staffel meines Empfindens nach arg geschwächelt hat, hoffe ich nun auf einen würdigen Abschluss.
  2. Wohingegen 2016 Westworld für mich eines der Highlights war, denn so stark wurde ich von keiner Serie mehr mitgerissen, seit ich ein Kind war.
  3. Außerdem habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen, mein Rollenspielprojekt »In die Tiefen« fertigzustellen.
  4. Und nachdem ich zwischen den Feiertagen Gardenscape entdeckt habe, war ich sehr erfreut, weil das Spiel so unglaublich niedlich animiert ist und einen auf so putzige Weise zum Weiterspielen animiert.
  5. Bleibt nur zu hoffen, dass ich jedes Quartal einen Film finde, der mich ins Kino zieht. Letztes Jahr war das teilweise schwierig.
  6. Immerhin wird in diesem Jahr aber häufiger mal wieder ein Roman gelesen, nicht nur Sachbücher.
  7. Zuletzt habe ich Slingshot gelesen und das war sehr langweilig, weil gefühlt immer dann Technomagie zur Verfügung stand, wenn sie gebraucht wurde.

[Review] ACKS: The Sinister Stone Of Sakkara

The Sinister Stone Of Sakkara is the first officially published adventure module for the Adventurer Conqueror King System (or ACKS for short) from Autarch. It promises a solid beginner level adventure that takes the domain and trade management rules of ACKS into account. Let’s check whether it keeps that promise and how good it fares otherwise.

It integrates well with the ACKS rules, often explaining how certain values were calculated or how flavour is expressed in rules terms. If a more obscure rule would be useful, it mentions where to find it. Occasionally, that is meant better than made though, for example with reaction rolls in Türos Tem: Regardless who is involved, the reaction is mostly buy at discount / standard prices / won’t interact. What is the point of an NPC if it won’t interact with the group?

The friendly NPC are generally a little problematic, none of them have clear motives or goals. A few, like Lady Valerian or Guild Master Karanos, have adumbrated goals. For most, we only learn what they do and when, but not what they want to achieve and why. Strangely enough, the monstrous inhabitants of the dungeon are described better in this regard and even the PC may roll for their motivation.

Beside the monsters, the dungeon is not very engaging. There are hardly any riddles or other content that is not connected to the main target (the adventure’s namesake). On the other hand, the adventure offers some completely superfluous random tables like “fortune cookie quotes” and “banquet meals”.

The dungeon adheres to standards, but does not offer anything special: A lair with monsters here, another one there, chaotic magic somewhere in the middle. Solid work, for sure, but nothing to raise it above the mark. Türos Tem also seems to be rather self-contained, with hardly any leads from Türos Tem to the remaining campaign world.

In several cases, internal references are broken. The most glaring example can be found on p 34, where encounters are listed by name but are referenced by number. One can also find a couple typos.

The Print on Demand (PoD) softcover has a major issue with layout: The inner margin is much to small. That not only makes it difficult to read the text, but also to copy or even watch several of the maps. It completely ruins some pictures (which I otherwise like, they are mostly well drawn).

Conclusion

The Sinister Stone Of Sakkara work well as tutorial for ACKS, but otherwise offers little one cannot find in one of the countless other adventures for D&D clones available on the internet. There is nothing wrong with it, solid craftsmanship, but it does not offer anything special or particularly clever either.

[RPG-Blog-O-Quest] Ausblick 2016 und Rückblick 2015

Im Rahmen des RPG-Blog-O-Quest beantworte ich jetzt gleichzeitig die Fragen für Dezember 2015 und Januar 2016, weil sie so gut zusammenpassen.

Ausblick 2016

1. Das Jahr nähert sichdem Ende. Worauf freust Du Dich RPG-technisch am meisten in 2016?

Definitiv Blades of the Dark, ich hatte bei Teylen in einer Online-Runde mitgespielt und bin immer noch begeistert.

2. Deine Rollenspielpläne 2016? Was möchtest Du spielen, was ausprobieren, was leiten? Möchtest Du auch Fanmaterial erstellen, wenn ja, was?

Nachdem mir vorgeschwärmt wurde, wie toll doch das Vampire-Larp-Regelwerk auch für Pen-and-Paper-Rollenspiele funktionieren würde, möchte ich mir das angucken.

Ansonsten freue ich mich auf die D&D5-Kampagne, die hoffentlich noch etwas fortgesetzt wird.

3. Was erwartest Du von den Verlagen?

Das sie weiterhin Rollenspielmaterial herausbringen.

4. Wenn ich bei Ulisses das Sagen hätte, würde ich 2016 endlich das Vademecum des Namenlosen veröffentlichen.

5. Ich möchte mir 2016  auf mindestens zwei Cons jeweils ein neues System angucken.

Rückblick 2015

1. Eine Runde, die mir von 2015 im Gedächnis bleiben wird, war die Wilderlands of High Fantasy mit D&D5, weil mein hochstufiger Charakter in einer Zufallsbegegnung mit drei Schatten getötet wurde.

2. 2015 hab ich D&D5 für mich entdeckt, weil ich in drei Kampagnen gemerkt habe, dass die Regel überraschend gut für das funktioniert, was ich gerne spiele.

3. Welches war das Buch / der Film / der Comic, wo Du im letzten Jahr am meisten fürs Rollenspiel rausgezogen hast?

David W. Tandy: Warriors into Traders – The Power of the Market in Early Greece

4. Welches war Dein meistgespieltes Rollenspiel in 2015?

Eindeutig D&D5.

5. Ist Dir 2015 ein SC verstorben … oder alternativ: Welches war das dramatischste Nahtodereignis (im Rollenspiel) im letzten Jahr?

Da gab es sogar mehrere: Zunächst einmal mein D&D5-Warlock im Kampf gegen Schatten. Außerdem mein Krieger in einer „Adventurer Conqueror King System“-Runde, der insgesamt viermal nach massivem Schadewn auf der Sterblichkeits-Tabelle würfeln durfte.

Bonusfrage: Ich würde mir wünschen, dass sich eine der nächsten Blog-O-Quest um Handel drehen würde, weil ich gerade Lust auf eine Kampagne mit starken Schwerpunkt auf Handel hätte. (Zum Jahresauftakt doch eine gute Gelegenheit zu fragen, worauf ihr Bock habt!)

[Rezension] Geheimnisvolle Bibliotheken (Kurzgeschichtensammlung)

Auf der Feencon 2015 habe ich mir die Kurzgeschichten-Sammlung Geheimnisvolle Bibliotheken gekauft, die im Verlag Torsten Low erschienen ist. Ich brauchte ein Buch für die Rückfahrt im Zug, wofür sich Kurzgeschichte anbieten, und das Titelbild überzeugte mich sofort:

Titelbild „Geheimnisvolle Bibliotheken“

Im weiteren Verlauf hält das Buch auch, was das Titelbild verspricht: Eher düstere Geschichte, die entweder in Bibliotheken spielen oder Bücher und Bibliotheken thematisieren. Quasi als Rahmenhandlung der Kurzgeschichten gibt es noch drei ebenfalls passende Comics. Satz und Papier halten das Niveau.

Hier sprechen wir aber immer noch von der Kür, kommen wir zur Pflicht: Den Geschichten an sich.

Da sieht das Bild etwas durchwachsener aus. Besonders Das letzte Pergament fiel mir negativ auf. Mein erster Gedanke nach Beenden des Letzten Pergaments war: „Bevor du das Buch in den Bücherschrank stellst, schneidest du diese Geschichte raus, das kannst du ja niemandem zumuten“. Bei einigen anderen Geschichten schien ebenfalls ein leicht missionarischer Eifer durch, allerdings nirgends derart penetrant wie hier.

Im Gegensatz dazu möchte ich aber auch zwei Geschichten hervorheben, die mir besonders gut gefallen: Zwei Kisten Weisheit und Die Siebte Bibliothek. Hier gefällt mir nicht nur die Geschichte an sich, sondern man merkt ihr auch nicht an, wie viel Mühe sie ihrem Autoren bereitete. Von den Ideen her gefallen mir andere Geschichten sogar noch etwas besser, etwa Die Bibliothek des Drachen oder Bestandserhaltung, doch beiden fehlt die erzählerische Spritzigkeit der beiden erstklassigen Geschichten. (Die Staubquasten und Engerlingsschnüffler waren zwar auch niedlich, mir aber eine Spur zu dick aufgetragen.)

Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten, es war genau das richtige für eine dreistündige Bahnfahrt. Ich denke, beim nächsten Feencon werde ich mir wieder ein Buch aus dem Verlag kaufen: Es gibt ja noch mindestens drei weitere Kurzgeschichtensammlungen.

DHL: Nur für leichte Pakete

Ich rege mich gerade mal wieder über die Post auf, weil deren Service einfach mies ist und schwere Pakete nicht ankommen. (Der Postillon und Phantanews berichtete ebenfalls.)

Bei leichten Paketen ist alles kein Problem: Die kommen entweder bei mir an oder werden bei Nachbarn abgeben. Außerdem finde ich eine Benachrichtigungskarte im Kasten. Alles wunderbar, wie es sein soll.

Anders bei schweren Paketen: Die kommen nicht an, obwohl ich eindeutig zu Hause war (zur angeblichen Zustellzeit habe ich gerade dem Briefträger die Tür geöffnet). Keine Benachrichtigungskarte im Kasten, aber laut Sendungsverfolgung ist der Zustellversuch gescheitert. Auch die SMS, die ich eigentlich bei neuen Zustellungen kriegen soll, ist nicht angekommen. Ach ja, und von der Idee, man könne direkt online eine neue Zustellung beantragen oder gar eine Wunschfiliale hinterlegen: Pustekuchen! Nix da! (Zweitzustellung nur mit Benachrichtigungskarte, trotz Anmeldung bei paket.de).

Besonders ärgerlich, weil ich mir natürlich für schwere Pakete extra frei nehme und sie liefern lasse, weil ich sie ohne Auto sonst nicht gut nach Hause kriege. Die Postfiliale ist schlechter zu erreichen als viele Läden. (Anderes Rätsel: Warum kann ich eigentlich keine günstig gelegene Wunschfiliale aussuchen, bei der meine Pakete hinterlegt werden, anstatt der abgelegenen Standardfiliale?)

Inzwischen glaube ich nicht mehr, dass das Problem bei überlasteten Paketboten liegt. Das Problem dürfte eher bei der Post selbst liegen, die schwere Pakete gar nicht mehr ausliefert, sondern direkt in ihre Filialen bringen. Das dürfte die Post extrem Geld sparen, denn bei anderen Lieferdiensten kann ich die Lieferung an eine Filiale als günstigere Versandoption wählen.