[Rezension] Hammer & Söckchen

Auf Cons kaufe ich gerne ungewöhnliche Romane von Kleinverlagen, einfach um mal zu sehen, was es da so gibt. So bin ich auch zu Hammer & Söckchen gekommen, einem sehr kurzen Roman von Guido Krain, erschienen im Arunya-Verlag. Versprochen wurde mir eine bizarre Geschichte für erwachsene Leser und ich ließ mich im Gegenzug dazu hinreißen, eine Rezension zu versprechen.

Laut Serienbeschreibung erscheinen „In der Reihe DYSTONIA […] freche, zuweilen politisch unkorrekte und böse Geschichten, die manchmal auch ins Unanständige abgleiten. Vor allem aber flott geschriebene und spannende Unterhaltung. [Der Leser wird] vielleicht auch einmal nachdenklich zurückgelassen – auf keinen Fall aber mit schwermütigen Gedanken.“

Flott geschrieben trifft die Sache sehr gut: Sehr schnoddriger Ton, der den gesamten Stil der Geschichte wunderbar trifft. Es wird allerdings nicht sonderlich viel gesprochen. Die Sprache fließt tatsächlich leicht dahin und der Stil wird stringent durchgezogen.

Teilweise fand ich die Geschichte sogar etwas unterhaltsam, aber spannend? Nicht im geringsten. Ich hatte niemals auch nur im geringsten das Gefühl, die Protagonisten könnten scheitern. Es war mehr wie in solchen Actionfilmen, wo man unverwundbaren Helden dabei zuguckt, wie sie Kanonenfutter auf spektakuläre Weise erledigen. Umgekehrt gab es aber auch keine Szenen, durch die ich mich durchquälen musste. Es ließ sich gut weglesen, kurzweilige Kost halt.

Richtig bizarr wird es, wenn es ums Unanständige geht. Tatsächlich enthält die Geschichte reihenweise sinnlose Sexszenen und die Protagonisten handeln größtenteils triebgesteuert. Der Sex ist auch vollkommen dysfunktional, genau wie die Beziehungen der Protagonisten untereinander. Wer sich jetzt denkt, hmm, das erinnert mich an eine gewisse Filmgattung: Stimmt. Es handelt sich bei dem Roman im Grunde um ein Crossover zwischen Actionfilm und Softporno in Romanform. Und ja, es gibt tatsächlich eine Szene, in der die Protagonisten bumsen und dabei gegen ihre Feinde kämpfen.

Wer eine absurde Geschichte für einen Junggesellenabschied, einen achtzehnten Geburtstag oder ein ähnliches Ereignis sucht, ist hiermit verdammt gut bedient. Wer eine spannende Geschichte sucht, bei der man auch zum Nachdenken angeregt wird, sollte aber lieber woanders zugreifen.

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