Archiv der Kategorie: Rollenspiel

[Review] Tomb of the Serpent King

Skerples recently released his free introductory adventure “Tomb Of The Serpent King”, a system independent tutorial dungeon. His idea was to write a dungeon that acts as tutorial for many of the tropes and bases of OSR style gaming. I ran it last weekends with a group of experienced roleplayers with low to medium dungeon experience. In my opinion Skerples succeeds, despite several flaws.

Background and Theme

As the name suggests, the module offers an ancient serpent-man graveyard to explore. It does not contain any extraordinaire ideas, but solidly executed dungeon-design. The included monsters follow a theme, influence the dungeon around them, and have a reason to be there. The author achieves all that without turning it into a bland one critter hacking exercise.

My main peeve are the traps, which spring rather suddenly—in those cases, I would prefer some more hints that danger is ahead.

Also, I would have wished for more bizarre contents in the lich’s labratory for the players to interact with.

Layout and Illustration

The layout is a two column layout directly out of the world’s most favoured text processor. Pictures and map look nice, but they are not particularly useful. The picture just offer some eye-candy without highlighting parts of the module. The map is solid as well, but does not offer any information in regard to the thematic areas or contents as described in the dungeon.

Organization

The module is badly organized. For example, there is one room that includes a treasure and a trap. To reach the treasure, one has to pass the trap. Nonetheless, the treasure is described first, the trap only afterwards. For each dungeon section, the GM has to juggle between two chapters: room descriptions, and the Quick Reference (plus, the thematic area overview in several cases, also the monster section).

Conclusion

From a player’s perspective, the dungeon succeeds. It does offer a fun game without straining the suspension of disbelief to much. One does indeed learn most of the dungeon tropes, and how to properly interact with them.

From a GM’s perspective, the dungeon requires much more attention than its plain vanilla content warrants. The adventure completely fails in its attempt to teach how to organize a dungeon to make it easily accessible during play.

Fünf niedersächsische Orte, die es auch in Rollenspielwelten geben könnte

Beim Karneval der Rollenspielblogs fragt das Nerd-Wiki, welche Orte auf der Erde wir kennen, die so auch im Rollenspiel auftauchen könnten:

Einhornhöhle (bei Scharzfeld im Harz)

Diese Höhle zieht seit Jahrhunderten Schatzsucher, Forscher und Gelehrte an, die dort dem Einhorn auf die Spur kommen wollen; man munkelt, es handele sich um einen Friedhof der Einhörner. Die Höhle wurde bisher nicht vollständig erforscht, es werden nach wie vor weitere Zugänge und Nebenräume entdeckt (allerdings noch keine Einhörner). Zu guter Letzt gibt es mit der Gesellschaft Unicornu fossile eine Gruppe, die den Zugang zur Höhle kontrolliert und die Forschung beaufsichtigt.

Teufelsmoor

In diesem Moor wimmelt es nicht nur von knuffigen Moorteufeln, es gibt auch noch den Weyerberg mit seiner wechselhaften Geschichte. Vor Urzeiten machte nämlich der Riese Hüggelik die Umgebung des Moores unsicher, bis er die Geliebte eines Helden raubte. Der lockte ihn unter einem Vorwand ins Moor, doch der Riese war ja nicht ganz blöd und brachte sich Sand mit, um sumpfige Stellen trockenzulegen. Blöderweise blieb er schließlich doch in einem Moorloch stecken und warf den gesamten Sand auf den Helden. Der Sand bildet heute den Weyerberg. Abgesehen davon, dass der Sand als solcher das Grabmal eines vorzeitlichen Helden bildet, wurden dort in Urzeiten weitere Hügelgräber angelegt, die heute größtenteils vergessen liegen. Ein riesiger, gemauerte Adler wacht bis heute darüber, dass die Seelen der Verstorbenen schön im Jenseits bleiben.

Hameln

Nach einer jahrelangen Rattenplage verlor die Stadt schließlich, weil die Bürger den Rattenfänger nicht bezahlen wollten, alle ihre Kinder. Um eine Wiederholung zu verhindern, wurde an den Stadttoren Bannsteine aufgestellt, die die Magie des Rattenfängers auflösen sollen.

Hübichenstein (bei Bad Grund)

Unter dem Hübichenstein liegt ein Zwergenkönigreich, dass aber seit einer versuchten Belagerung im 30jährigen Krieg die Isolation wahrt. Von den außerbergischen Befestigungen ist einzig eine große Adlerstatue übrig, die angeblich als Golem über den Zugang wacht. In der Nähe feiern bis heute die örtlichen Hexen die Walpurgisnacht.

Neßmersiel

Von hier aus sticht alljährlich der Tod in See, um die Seelen der im Vorjahr verstorbenen ins Jenseits zu geleiten. Sehr zur Freude der örtlichen Fischer, denn der Tod mietet sich jedes Jahr für gutes Geld ein Schiff für die Überfahrt.

Rollenspieldesign mit freier Software

Einige Leute sehen es ja als Ziel, möglichst viel mit FOSS (Free and Open Source Software) zu arbeiten. Diese Software darf man nicht nur frei benutzen, sondern auch frei weiterentwickeln, weil man als Benutzer auch Zugriff auf den Quelltext hat.

Ist es möglich, ein Rollenspiel komplett mit FOSS zu entwickeln?

Betriebssystem

Ohne Betriebssystem geht gar nichts. Bei freien Betriebssystemen gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten: Linux (z.B. Manjaro oder OpenSuse) und BSD (z.B. TrueOS). Zwar kann man noch viele weitere offene Betriebssysteme finden, aber die dienen eher zum Basteln als für die tägliche Arbeit.

Notizbuch

Bevor es ans Schreiben geht, muss man Ideen sammeln. Dafür braucht man ein Notizbuch oder einen Karteikasten (z.B. Tomboy oder wikidPad).

Statistik

Ergeben die Regeln überhaupt Sinn? Pi mal Daumen kann man das meistens abschätzen, aber bei aufwändigeren Regelwerken wird das schwierig. Dann muss man unter Umständen die Statistik zu Rate ziehen, was ein echter Statistiker mit R tut. (Ich wüsste allerdings niemanden, der so etwas für Rollenspielentwicklung benutzt – wirklich nur für extreme Statistikfreaks.)

Schreibmaschine

Dann muss man die ganzen Ideen noch zu einem zusammenhängenden Text verbinden, sie also ins Reine schreiben. Dabei hilft FocusWriter, wenn man sich wirklich nur auf den Text konzentrieren will, aber natürlich kann man auch eine Textverarbeitung wie Libre Writer oder Calligra Words benutzen.

Rechtschreibung und Grammatik

Text alleine reicht nicht, richtig soll er möglichst auch noch sein. Der Korretkor kann hierbei Languagetool zuhilfe nehmen, um Rechtschreibung und Grammatik zu prüfen.

Bilder und Grafiken

Niemand möchte eine reine Bleiwüste, in vielen Fällen kann eine Grafik auch einfacher darstellen, was man zeigen möchte, als man es in Worten ausdrücken könnte. Hier unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Arten von Grafiken: Rastergrafiken, bei denen ein Bild in Farbpunkten gespeichert wird (z.B. Fotos) und Vektorgrafiken, bei denen ein Bild als mathematische Beziehung gespeichert wird (z.B. Piktogramme).

Gestaltung

Zu guter Letzt muss man Text und Grafiken noch anordnen sowie das ganze in ein druckfähiges Format bringen. Hierfür benötigt man eine Software zum Desktop-Publishing, als freie Software kenne ich da nur Scribus.

Das Web und Kommunikation

Irgendwie muss man dann das auch noch alles im Internet bekannt machen. Glücklicherweise basieren fast alle Webserver und Webhoster auf freier Software, da kann man also fast nichts falsch machen.

Wichtiger wären da die Kommunikationskanäle, denn viele soziale Netzwerke entsprechen nicht den Idealen freier Software. Anstelle von Twitter müsste man hier auf GNUsocial oder (für OSR-Fans) auf Mastodon Weapons vs AC setzen, Facebook oder Google+ wären natürlich ebenfalls tabu, als freien Ersatz gäbe es Diaspora*.

E-Mail und Chats auf der Basis von XMPP oder IRC folgen offenen Standards, können also recht problemlos genutzt werden.

Fazit

Ja, man kann ein Rollenspiel komplett mit freier Software erstellen und vertreiben. In vielen Bereichen ist das für den ambitionieren Laien sogar problemlos möglich, etwa bei den Punkten Schreibmaschine, Rechtschreibung und Grafik. Besonders im Punkt Web und Kommunikation kommt man hingegen schnell an einen Punkt, wo es zwar theoretisch möglich ist, man aber massive Nachteile hinnehmen muss.

Layoutprogramme fürs Rollenspiel

Es gehört zum Rollenspiel dazu, eigene Abenteuer und Regelwerke zu schreiben, oftmals auch, diese dann zu veröffentlichen. Gelegentlich kommt die Frage auf: Womit setze ich meine Texte denn, wenn sie fertig sind?

Die beiden gebräuchlichsten Programme zum Textsatz sind Adobe InDesign und QuarkXPress, falls man die nicht beruflich einsetzt, lässt sich der Preis aber nur schwer rechtfertigen.

Glücklicherweise gibt es neben den beiden Platzhirschen noch diverse andere Layoutprogramme, die oftmals günstiger und teilweise sogar kostenlos sind. Zwar muss man auch einige Abstriche bei Komfort und Möglichkeiten machen, aber für Leute, die den Buchsatz nicht von der Pike auf gelernt haben, dürften das eh größtenteils böhmische Dörfer sein.

VivaDesigner

Windows, Linux, Mac OS X (0 – 400 Euro)

Den Viva Designer gibt sowohl in einer kostenlosen Fassung (VivaDesigner Free Edition) als auch in einer kostenpflichtigen Variante (VivaDesigner Personal Edition für 110 Euro, VivaDesigner Commercial Edition für 400 Euro sowie GOV, NGO, EDU preislich dazwischen). Der Unterschied zwischen Personal und Commercial Edition liegen nicht darin, wie viele Leute sie einsetzen, sondern, zu welchem Zweck man sie einsetzt .

Dieses Programm lässt sich mit Abstand am angenehmsten bedienen und bindet viele Fähigkeiten moderner Schriften (wie Ligatur und Randausgleich) automatisch mit ein. Sehr schick. Großes Manko: Die Free Edition exportiert das Werk ausschließlich als in Postscript eingebettetes Bild, weshalb hiermit erstellte PDF sehr groß werden und im Druck zerrupft aussehen. Gute PDF kann man bloß mit den kostenpflichtigen Versionen erstellen.

Tango solo

Windows, Mac OS X (0–100 Euro)

Tango solo gibt es als Private Edition (kostenlos) und als Professional Edition (100 Euro), mit der Private Edition darf man alles tun, wofür kein Geld fließt.

Tango solo läuft auch auf leistungsschwachen Rechnern noch flott, bedient sich aber nicht annähernd so komfortabel wie Viva. Oft muss man sich durch lange Menüs hangeln, bestimmte Dinge lassen sich nur umständlich einstellen.

Auch bei Tango solo kann nur die kostenpflichtige Version direkt PDF exportieren, allerdings bettet hier der Postscript-Export die Schriften ein, weshalb man PDF weitergeben kann.

Scribus

Windows, Mac OS X, Linux, BSD-Unix, OS/2 Warp 4, Solaris (0 Euro)

Scribus kann man nicht nur kostenlos für jeglichen Zweck einsetzen, sondern (dank GPL) sogar selbst an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Es bietet unglaublich viele Funktionen an, unter anderem einen hervorragenden Test, um die Druckfähigkeit zu testen; entsprechend gute PDF exportiert Scribus auch. Gleichzeitig lässt es sich aber nur sehr umständlich bedienen, viele Schritte lassen sich erst nach Umwegen durchführen.

Für Scribus spricht aber (neben der FOSS) die große Anzahl an Lehrbüchern und die starke Community (es gibt auf Youtube sogar ein Tutorium Scribus 101 – Open-Source Layout for RPG Publishers).

Nachtrag: Ein Bekannter meinte, Scribus laufe bei ihm gar nicht so langsam. Bei einem Test lief es bei mir auf einem in einer virtuellen Maschine installierten Linux tatsächlich flüssiger als auf dem gleichen Computer im regulär installierten Windows.

Einsatz im Rollenspielbereich: jcgames.

Calamus

Windows, Atari TOS (50 – 2200 Euro)

Calamus basiert auf einer alten Layoutsoftware für den Atari und benutzt immer noch deren Benutzeroberfläche. Ich komme mit dem Programm überhaupt nicht klar und verstehe nicht, warum das irgendjemand benutzt. Es hat vermutlich irgendwelche Spezialfunktionen, die man in bestimmten Feldern braucht, aber es ist vermutlich keine gute Wahl, um Rollenspielmaterial zu erstellen (außer, man will unbedingt mal wieder seinen Atari benutzen).

Es gibt mit iCalamus auch eine eigenständige Version für Apple.

Einsatz im Rollenspielbereich: Keine bekannt.

Serif PagePlus X9

Windows (23 Euro)

Serif PagePlus richtet sich an DTP-Einsteiger, die gelegentlich ein Dokument gestalten müssen. Es bietet trotzdem nahezu alle Funktionen, die man braucht und lässt sich gut bedienen. Es bringt haufenweise Vorlagen mit, die Gelegenheits-Gestalter häufig brauchen, wie etwa für Einladungen.

PagePlus wird nicht mehr weiterentwickelt und es gibt auch keine Sicherheitsupdates mehr. Der Hersteller plant, dieses oder nächstes Jahr eine komplett neue Basis für seine DTP-Programme zu starten.

Einsatz im Rollenspielbereich: Keine bekannt.

Textverarbeitungen

Heutzutage bringen Textverarbeiten wie LibreWriter, MS Word, Calligra Words oder Apple Pages umfangreiche Funktionen mit, um einfache Layouts zu erstellen. Mit Objektrahmen, Stilen und automatischen Verzeichnissen machen sie dem Autor das Leben leicht. Auch der PDF-Export stellt heute kein Problem mehr dar. Bei sehr umfangreichen Dokumenten mit vielen Bildern laufen sie aber oftmals etwas instabil und zäh.

Einsatz im Rollenspielbereich: Basic Fantasy zeigt aber, dass man heutzutage mit LibreWriter das Layout von professionellen Rollenspielen aus den 1980ern erreichen kann.

(La)TeX und Abkömmlinge

TeX und Konsorten gibt es in vielfältigsten Formen und für verschiedenste Betriebssysteme kostenlos im Internet. Der Schriftsatz sieht in aller Regel sehr gut aus, aber man merkt dem Programm an, dass es ursprünglich dafür gedacht war, auf Computern ohne GUI wissenschaftliche Aufsätze für die Veröffentlichung vorzubereiten. Wenn man etwas anderes gestalten will, muss man die entsprechenden Fähigkeiten selbst per Modul dazuprogrammieren bzw. entsprechende Gestaltungsmodule einbinden.

TeX-Dateien lassen sich nur umständlich bearbeiten, da man einen puren Text mit darin verstreuten Formatierungs- und Einbindungsanweisungen bearbeitet. Bevor man Layoutänderungen sieht, muss man das Dokument zunächst (teilweise mehrfach) kompilieren, der Versuch, grafische Elemente zu gestalten, wird so oft zur Schnitzeljagd. Das Erstellen und der Austausch von TeX-Dokumenten erfordert technische Kenntnisse z.B. zu Zeichensätzen.

Einsatz im Rollenspielbereich: Ludus Leonis und Lost Pages.

Fazit

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre VivaDesigner mein absoluter Favorit. Das Programm lässt sich sehr einfach bedienen und bringt viele Komfortfunktionen mit.

Da Geld eine Rolle spielt, folgt tatsächlich Scribus auf dem zweiten Platz. Es wird aktiv weiterentwickelt und es gibt haufenweise Tutorien und Lehrbücher. Wer mit der Bedienung nicht klarkommt oder wessen Computer mit Scribus schneckt, sollte sich PagePlus oder Tango solo angucken.

Wenn man nur kleinere Abenteuer herausgeben will, reicht es in der Regel aus, sich die Fähigkeiten der eigenen Textverarbeitung zu Gemüte zu führen. Der Umgang lässt sich in aller Regel leichter erlernen als der mit einem DTP-Programm, ganz ohne Übung und Einarbeitung kommt man aber auch damit nicht voran.

TeX und Calamus als Exoten bieten sich nur für Spezialfälle an.

Und zum Abschluss noch einen Tipp: Die Seite Gemeindebrief in Farbe bietet Video-Tutorien zu VivaDesigner und Scribus, sowie eine schriftliche Anleitung zu PagePlus (wenn auch zugegebenermaßen etwas versteckt und für veraltete Versionen).

Teneriffa: Von Zwergen und Riesen

Vor siebentausend Jahren, als die Welt noch im Entstehen war, kämpften die auserwählten Stämme der Zwerge gegen die Heere der neun Riesenfürsten. Bei einer Schlacht am Eisernen Tor brach eine kleine Gruppe von Riesen durch die Reihen der Verteidiger und begannen, die Schöpfung zu verheeren.

Die Gomera wurden ausgeschickt, um sie zu stoppen, und konnten die Riesen schließlich an der afrikanischen Atlantikküste stellen und zur Schlacht zwingen. Die Mehrzahl der Riesen wurde erschlagen, ihre Leichen ins Meer geworfen, wo sie die Kanaren bildeten. Teide selbst wurde schwer verwundet und unter seinen Gefolgsleuten begraben. Sein kochendes Blut stieg noch lange an die Oberfläche und verbrannte die Umgebung. Der Vulkan, unter dem er begraben liegt, trägt bis heute seinen Namen. Es heißt, die Schwefligen, die auf seinem Gipfel wohnen, seien in Wirklichkeit die verfluchten Seelen der erschlagenen Riesen.

Nach ihrem Sieg mussten die Zwerge allerdings feststellen, dass Teide ein Verhältnis mit Calima, der Sandhexe eingegangen war. Gegen ihren Zorn konnten sich die wenigen verbliebenen Zwerge nicht verteidigen und in höchster Not retteten sie sich auf die Gipfel einer der neu entstandenen Inseln: Gomera. So geschickt formten sie die Insel, dass Calimas zerstörerischer Form selbst zu ihrem größten Schutz wurde: Sie schwebt über dem gleichnamigen Sandsturm, der dem Rest der Kanaren so zusetzt.

Abgeschnitten von ihrer Heimat, umfangen von Wasser, verloren die Zwerge allerdings den Großteil ihrer Kräfte. Sie können nur noch kleinere magische Gegenstände herstellen und einfache Zaubertränke brauen, mangels Zugang zu Eisen vergaßen sie auch die Schmiedekunst. Trotzdem bleiben sie für den Rest der Altkanarier ein beliebter Ansprechpartner in Notfällen, wenn die Verzweifelung den hohen Preist Wert scheint.

La Gomera, die fliegende Insel

Während meines Urlaubs auf Teneriffa gab es einen Calima-Einbruch, der die Sichtweite massiv einschränkte und zudem lustige optische Effekte hervorrief.

Wie man auf diesem Bild sieht (wenn auch zugegebenermaßen nicht besonders deutlich), scheinen die Gipfel von La Gomera über den Wolken zu schweben. Verantwortung dafür trägt der Sandstaub, der die Sichtweite unterhalb der Wolken stark begrenzt. Von Teneriffa erkannt man bei Calima daher nur von höheren Lagen aus die Berggipfel La Gomeras, während man bei guter Sicht quasi von Strand zu Strand gucken kann.

Nichtsdestotrotz inspirierte mich die fliegende Insel, sie bildete meine erste Idee zum fantastischen Teneriffa, die ich in einigen Blogbeiträgen vorstellen will.

Aber zurück zu La Gomera. Warum fliegt die Insel und wer wohnt dort? Selbstverständlich die Ureinwohner der Inseln, ein lange verschollener Zwergenstamm. Sie flohen dorthin, um sich vor einem Feind zu verstecken, wobei ich damit nicht die Spanier meine – wer eine Insel zum Fliegen bringen kann, dürfte sich nicht vor einer Handvoll Musketiere fürchten.

Bei dem Feind handelt es sich selbstverständlich um Calima, der (oder die?) bis heute versucht, sie zu vernichten. Calima gehört auf jeden Fall zu den halbgöttlichen Wüstenzauberern vom Festland, gemeinsam mit ähnlichen Wetterphänomenen.

Wer auch immer auf der fliegenden Insel lebt, erschlug in uralten Zeiten El Teide, den bösen Feuer-Riesen, der heute im gleichnamigen Vulkan begraben liegt. Der Feuerriese war ein Verbündeter Calimas, daher rührt ihr Zorn auf die Zwerge. Sein Geist ist zumindest teilweise in den Drachenbäumen gebunden, was ebenfalls besondere Effekte auslöst.

Wie genau es auf La Gomera aussieht? Keine Ahnung, ich war noch nicht da. Es werden aber noch ein paar Ideen für Teneriffa, den fantastisch umgebauten Altkanariern und zur Geschichte der Zwerge folgen.

Adelheid die Abweisende

Seit Jahrhunderten stellen die Eulen die Kanzler und Notare des Waldes. Durch Fleiß, den Besuch der richtigen Euliversität und gute Beziehungen brachte Adelheid es immerhin bis zur Waldkanzlerin.

Es war ihr immer eine Ehre, ihre Pflicht zu erfüllen. Bis an die Grenzen der Selbstverleugnung glich sie die widerstreitenden Ziele der verschiedenen Gruppen im Wald aus, doch den Ruhm dafür ernteten König und Erzkanzler. Seit einiger Zeit fühlt sie deswegen immer wieder eine Leere in sich aufsteigen. Sie verbirgt ihre Schwäche hinter höflicher Distanz, wobei es ihr beständig schwererfällt, die Fassade aufzuhalten, und die Einsamkeit an ihr zu nagen beginnt.

Ihren letzten Versuch, zu kündigen, erstickte der König in jovialer Freundlichkeit, einem Appell an ihre Treue und ihre unersetzlichen Fertigkeiten. Trotzdem kann Adelheid keinen Sinn in ihren Tätigkeiten erkennen, mehr und mehr erledigt sie Aufgaben rein mechanisch, ohne sie zu hinterfragen. Im Augenblick müssen sich alle Waldbewohner mit formell korrekten Bescheiden rumschlagen, die oft genug am eigentlichen Problem vorbeigehen. (In besonders schwachen Momenten lässt Adelheid sich sogar dazu hinreißen, Antragsteller gezielt zu verletzen.)

Einzig Gespräche mit Faochulix wecken ihre Lebensgeister, weil er ihr endlich ein Ziel bietet – auch wenn ihr Verstand begreift, dass dieses Ziel verdorben ist und nur Unglück bringen wird.

Zerrissen zwischen dieser Sehnsucht und ihrer Pflicht reibt sie sich langsam auf, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie entweder daran zerbricht oder der Versuchung nachgibt, ihre Macht zum Bösen einzusetzen und so zu einer Gläsernen zu werden.

Lutz die Wutz

Wann immer Lärm im Wald ertönt, denkt man als erstes an Lutz die Wutz. Gut, normalerweise ist es im Wald ruhig, aber normalerweise döst Lutz auch entspannt in einem Schlammtümpel.

Am liebsten bleibt er in seiner Schweineform, lediglich, wenn der König des Waldes seinen Leibwächter braucht, verwandelt er sich in seine Wereberform. An seine Zeit als normaler Mensch kann er sich kaum erinnern, er vermisst sie auch selten. Bloß zu hohen Feiertagen besucht er seine Eltern, ansonsten genießt er sein Schweineleben.

Tief in seinem Herzen gibt es etwas, was Lutz mehr mag als dösen: Sein Name »wilde Wutz« stammt noch aus seiner zu Feiern aufgelegten Zeit als Mensch. Sein lautes und heftiges Auftreten sorgte aber immer wieder dafür, dass andere sich vor ihm fürchteten. Viele missdeuteten sein Verhalten und Aussehen als streitsüchtig und hielten sich fern. Nur Schläger und Aufschneider drängten sich zu ihm, von denen er sich wiederum abgestoßen fühlte. So war er über die Stelle als Waldkönigsleibwächter ausgesprochen froh, trotz ihrer Nebenwirkungen.

Neben seinen Aufträgen gibt es nur eine Sache, die ihn in Bewegung versetzt: Seine Vorliebe für Met. Wenn immer er kann, setzt er Honig zur Gärung an. Dies ist einer der wenigen Gründe, warum er manchmal aktiv auf Menschen zugeht. Die meisten Händler geben (sehr zu seinem Bedauern) flugs Fersengeld, sobald ein über 2 m großer, fast ebenso breiter und vollkommen nackter Mann im Wald auf sie zustürmt und sie dabei anschreit.

Ansonsten mag Lutz seine Ruhe, und solange man ihn genießen lässt, hat er auch nichts dagegen, den Genuss zu teilen.

Faochulix der Waldschrat

Dort, wo der Wald am tiefsten und dunkelsten ist, findet sich eine Klippe. Auf der Spitze der Klippe, über einer Höhle, wächst eine Tanne. Unter dieser Tanne wohnt der Druide Faochulix.

Die meisten Leute halten ihn für einen menschenscheuen Waldschrat, in Wirklichkeit liebt er aber den Umgang mit Menschen. Er würde sie gerne alle dazu erziehen, mit der Natur ebenso umsichtig umzugehen, wie er es selbst tut. Doch wenn sie ihren persönlichen Luxus über seine wohlgemeinten Ratschläge hinwegsetzen, kann er cholerisch reagieren.

Bei einem ersten Treffen heißt er Fremde in aller Regel willkommen, bewirtet sie und gibt ihnen Tipps zu ihrer Umgebung. Solange man peinlich genau darauf achtet, der Natur keinen Schaden zuzufügen, bleibt es bei diesem Verhalten. Je öfter eine Gruppe seinen Ansprüchen nicht genügt, desto feindseliger gebart er sich ihr gegenüber.

Die »Naturfeinde« in den umliegenden Dörfern haben es seiner Meinung nach eindeutig übertrieben und müssten erst wieder den nötigen Respekt lernen, bevor sie von Mutter Naturs Gaben profitieren dürfen. Aus diesem Grund versucht er menschenfressende Wölfe (Worge) zu züchten, indem er die bösesten und stärksten Wolfswelpen, die er finden kann, mit Menschenfleisch füttert. Er selbst ist fest davon überzeugt, inzwischen mit den fünf Jungwölfen (Bhfeice, Pionós, Breithiúnas, Choiriúil, Fearg) reden zu können. Diese Wölfe sollen das Instrument seiner Rache an allen Umweltfrevlern sein.

Das Menschenfleisch erhält er von den Friedhöfen der Umgebung. Einige Gläubige fürchten, die Seelen der Verstorbenen blieben im Sarg gefahren und Faochulix könne diese Seele wieder in den Kreislauf des Lebens einspeisen.

Núrias Wandteppich

In einem dunklen, dunklen Wald, liegt ein großer, großer Hügel. In dem großen, großen Hügel findet sich eine tiefe, tiefe Höhle. In der tiefen, tiefen Höhle hängt … ein Teppich. Auf dem Teppich eingewebt sieht man eine Lichtung im Wald, auf der ein Haus steht. Wenn man den Teppich genau betrachtet, erkennt man auch, dass er sich verändert: Rauch steigt aus dem Ofen, Tiere bewegen sich, Fenster und Türen werden geöffnet oder geschlossen.

In diesem Haus wohnt Núria die Waldhexe. Um sie zu besuchen, muss man lediglich die vorne am Teppich eingewebte Gartenpforte öffnen und hindurchtreten, umgekehrt kommt sie auf dem gleichen Weg hinaus. Sie reagiert sehr verärgert, wenn man ihren Teppich einfach abnimmt, zusammenrollt und mitnimmt (was abgesehen von der unhandlichen 65 kg Teppichrolle kein Problem darstellt).

Núria sieht überall Omen, die sie erforschen möchte, und kann daher jederzeit Abenteurer brauchen, die ihren Visionen nachforschen oder Zutaten für ihre Zaubertränke sammeln. Sie strebt ständig danach, schwierigere Zaubertrankrezepte zu meistern, weshalb sie normalerweise auch nur experimentelle Tränke im Vorrat hat. Auf Bestellung braut sie aber auch Standardtränke, zumindest für Leute, die sie mag oder denen sie sich verpflichtet fühlt (z.B. ihre Nachbarn). Wer sie hingegen unter Druck setzt, um einen Zaubertrank zu erhalten, riskiert, sich beim Trinken ihres Tranks in einen Frosch zu verwandeln (in dieser Hinsicht ist sie traditionell eingestellt).

Bei Besuch wirkt sie immer etwas grummelig und tut so, als sei es gerade sehr unpassend und sie kümmert sich nur darum, wenn es ganz schnell geht. Wenn man sich höflich und zuvorkommend verhält und ihr Vertrauen erringt, verfliegt das aber mit der Zeit. Sie reagiert allergisch auf den Namen Elvira, da ihre ungeliebte (und wesentlich erfolgreichere) jüngere Schwester so heißt. Man sollte aber tunlichst unterlassen, seinerseits über Elvira herzuziehen; sie gehört trotz allem zur Familie!

Im Teppich wohnt sie, weil das Wetter dort viel gleichmäßiger ist als draußen im Wald. In der Höhle hängt er, damit er bei Regen nicht nass wird (»so ein Teppich ist ganz schön schwierig zu trocknen, sag ich dir!«).