Monsterhandbuch: Walzenspinne

Sehr zu meiner Überraschung gibt es die Rhagodessa, die ich zuerst für ein typisches D&D-Monster hielt, tatsächlich. Es handelt sich um wenige levantinische Arten aus der Familie „Rhagodidae“ in der Ordnung der Walzenspinnen (wodurch sie entfernt mit dem Bücherskorpion verwandt sind, dessen vergrößertes Exemplar ein idealer Vertrauter für gelehrige Magier darstellen würde, da er Bücher vor typischen Schädlingen beschützt).

Ganz ehrlich, hier hat die Natur das perfekte D&D-Monster entworfen: Ein unterirdisch lebendes bzw. nachtaktives, aggressives Raubtier, dessen Kieferklauen Gestein bearbeiten können, das sogar größere Tiere angreift und selbst Menschen gefährlich werden kann. Zu allem Überfluss können sie noch unangenehme Geräusche erzeugen, indem sie ihre Kiefernklauen aneinander reiben. In der Antike galten sie als so gefährlich, dass ihr Gift ganze Landschaften unbewohnbar machen kann. In Wirklichkeit sind sie zwar nicht giftig, aber ihr Biß führt oft zu einer Entzündung, die von außen wie ein stark vergrößerter Bienenstich aussieht.

Sie ernähren sich von Insekten, Webspinnen, Skorpionen, Vögeln und Reptilien, ließen sich also nutzen, um die ganzen Rieseninsekten und -frösche zu bekämpfen. Ob es langfristig so sinnvoll ist, eine Riesenfliege durch eine Riesenwalzenspinne auszutauschen, ist eine andere Frage, aber möglich wäre es. Sie ernähren sich auch von Aas, lassen sich also notfalls auch mit totem Fleisch füttern.

Walzenspinne

  • Rüstungsklasse 16
  • Trefferwürfel 4
  • Angriffe 1 Einwicklen gefolgt von 1 Biß oder 1 Sirren
  • Schaden Einwickeln und 2W8 oder Kopfschmerzen
  • Bewegung 50 Fuß (gehen)
  • Anzahl 1W4 / 1W6
  • Rettungswurf wie Krieger 4
  • Moral 9
  • Schätze U
  • Erfahrung 240

Walzenspinnen leben in unterirdischen Tunneln der Wüsten und Steppen, von wo sie alles jagen, was nicht wenigstens doppelt so groß ist wie sie selbst. Da sie die Größe eines Ponys erreichen, fällt im Grunde nur die Megafauna als Beute aus.

Auf der Jagd versuchen sie, ihre Beute mit ihren beiden Vorderbeinen einzuwickeln, sie dann in ihre Tunnel zu ziehen und dort in Ruhe zu verspeisen. Dazu muss ihnen ein Angriffswurf gelingen, der nach den Regeln für Ringangriffe abläuft. Bei Erfolg hält die Walzenspinne ihr Opfer fest und fügt ihm in jeder folgenden Runde 2W8 Schaden zu.

Wenn sie sich nur verteidigen will, beißt sie lediglich zu, um den Gegner abzuschrecken, und läuft dann davon. Der Gebissene muss einen Rettungswurf gegen Gift würfeln, ansonsten erleidet er eine Blutvergiftung (bei Bazillenübertragung eine Krankheit, bei Miasmentheorie ein Gift).

Sollte sie zu stark bedrängt werden, kann sie ihre Kieferklauen aneinander reiben, was ein hochfrequentes Sirren erzeugt. Alle in etwa 20 m Abstand müssen einen Rettungswurf gegen Tod bestehen, ansonsten wird ihnen schwarz vor Augen und sie hören nur noch ein Klingeln im Ohr, wodurch sie regeltechnisch für 1W3 Runden als blind und taub gelten. Erst nach 1 Runde klingt die Wirkung vollständig ab, bis dahin gilt ein Malus von −4 auf alle Würfe.

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