[Rezension] Sternmetall

Dieses Jahr habe ich auf dem Weg zur Feencon die Anthologie Sternmetall – Bulgarische Phantastik aus dem Verlag Torsten Low gelesen. Mein Eindruck von diesem Buch ist etwas zwiegespalten.

Einerseits waren es nicht die klassischen Fantasythemen, sondern leicht ungewöhnliche Ideen, auch der Schreibstil war in Ordnung. Ich konnte das Buch während der Bahnfahrt gut weglesen. Besonders die Geschichte Sternmetall, die auch der Anthologie ihren Namen gab, wartete mit einer fremdartigen und doch vorstellbaren Welt auf.

Andererseits fehlte allen Geschichten das gewissen Etwas. Sie fühlten sich nicht wirklich wie Geschichten an, sondern mehr wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen. Auch dies wird in Sternmetall am deutlichsten, wo die Hauptfigur im Grunde nichts tut, außer zweimal (davon einmal auf Aufforderung) zu singen.

Insgesamt bleiben alle Figuren eher blaß, es gibt keine Konflikte oder Unsicherheiten, an denen sie wachsen oder sich verändern könnten. Besonders in der ersten Geschichte wird dies deutlich, wo die „unerwartete Wendung“ im Nachhinein als für die Hauptfigur äußerst konfliktreich beschrieben wird, nur in der Geschichte selbst nichts davon durchkam, weil der Autor sich zu sehr auf die (von mir als erste Lösung ins Auge gefasst und daher erwartete) „unerwartete Wendung“ fixiert hatte.

Man kann dieses Buch lesen, es ist OK, aber es hat mich nicht mitgerissen und daher kann ich es nicht guten Gewissens zum Kauf empfehlen.

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