Teneriffa: Von Zwergen und Riesen

Vor siebentausend Jahren, als die Welt noch im Entstehen war, kämpften die auserwählten Stämme der Zwerge gegen die Heere der neun Riesenfürsten. Bei einer Schlacht am Eisernen Tor brach eine kleine Gruppe von Riesen durch die Reihen der Verteidiger und begannen, die Schöpfung zu verheeren.

Die Gomera wurden ausgeschickt, um sie zu stoppen, und konnten die Riesen schließlich an der afrikanischen Atlantikküste stellen und zur Schlacht zwingen. Die Mehrzahl der Riesen wurde erschlagen, ihre Leichen ins Meer geworfen, wo sie die Kanaren bildeten. Teide selbst wurde schwer verwundet und unter seinen Gefolgsleuten begraben. Sein kochendes Blut stieg noch lange an die Oberfläche und verbrannte die Umgebung. Der Vulkan, unter dem er begraben liegt, trägt bis heute seinen Namen. Es heißt, die Schwefligen, die auf seinem Gipfel wohnen, seien in Wirklichkeit die verfluchten Seelen der erschlagenen Riesen.

Nach ihrem Sieg mussten die Zwerge allerdings feststellen, dass Teide ein Verhältnis mit Calima, der Sandhexe eingegangen war. Gegen ihren Zorn konnten sich die wenigen verbliebenen Zwerge nicht verteidigen und in höchster Not retteten sie sich auf die Gipfel einer der neu entstandenen Inseln: Gomera. So geschickt formten sie die Insel, dass Calimas zerstörerischer Form selbst zu ihrem größten Schutz wurde: Sie schwebt über dem gleichnamigen Sandsturm, der dem Rest der Kanaren so zusetzt.

Abgeschnitten von ihrer Heimat, umfangen von Wasser, verloren die Zwerge allerdings den Großteil ihrer Kräfte. Sie können nur noch kleinere magische Gegenstände herstellen und einfache Zaubertränke brauen, mangels Zugang zu Eisen vergaßen sie auch die Schmiedekunst. Trotzdem bleiben sie für den Rest der Altkanarier ein beliebter Ansprechpartner in Notfällen, wenn die Verzweifelung den hohen Preist Wert scheint.

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