Die Quanionsqueste ohne DSA: Schweigen ist Gold

Hier schweigt ein goldener Gong, eine berühmte Reliquie der Praioskirche. Im Verlauf des Abenteuers sollen die Helden herausfinden, warum er das tut und ihn erneut zum Klingen bringen.

Das Abenteuer lässt sich quasi unverändert in allen Welten einsetzen, da es lediglich zwei Priester, die um die korrekte Auslegung des Dogmas streiten, eine kaputte Reliquie und einen verfluchten Hügel benötigt. Es gibt nur einen Punkt, der die Übertragung erschwert: Es liest sich wie die Glücksbärchis, die Mumins oder eine ähnliche Kinderserie. Ich meine, es beginnt damit, dass der Meßdiener mit seiner Botentasche einschläft und glaubt, sie wurde geklaut, während in Wirklichkeit nur der neugierige Priester einen Blick hineinwerfen wollte, ohne dass es jemand merkt.

Das bessert sich im Verlauf auch nicht mehr. Im Grunde besteht das Abenteuer darin, dass die Helden ins Archiv gehen, dort die Geschichte des Tempels nachlesen, zu einem verfluchten Hügel marschieren und den Schlegel aus einem von Dämonen besessenen Gebüsch ziehen. Es gibt zwar noch ein paar Rätsel, deren Lösung nichts bringt, und »atmosphärisch dichte Rollenspielszenen«, in denen die Helden sich (wirkungslos) in den priesterlichen Disput einmischen können. Als Dank für die Mühen überreicht die Gemeinde den Helden anschließend einen Präsentkorb mit Gebäck.

Blöderweise braucht der Verlauf der Kampagne den Gong und die Einführung des Dogmenstreits. Einfachste Lösung: Abenteuer wegschmeißen, durch einen Gebüschdungeon ersetzen, Orkzombies schnetzeln, fertig.

2 Gedanken zu „Die Quanionsqueste ohne DSA: Schweigen ist Gold

  1. Lars

    Schade, dass Dir das Szenario so wenig bietet – ich habe es mehrfach als sehr schönen Einstieg in die Queste am Spieltisch erlebt, der Figuren in die Kampagne geleitet hat, die sich sonst nie dafür berufen gefühlt hätten. Was auf den ersten Blick wie “Glücksbärchis” daherkommt, hält so Stoff für die “Samweis Gamdschies” der Quanionsqueste bereit und bietet mit den NSCs Gelegenheit, die gewöhnlichen Praios-Priester als Menschen zu zeigen. Das finde ich für den Seelenschau-Aspekt der Queste (und in Anbetracht des bisher oft vorherrschenden Bilds der Priesterschaft) als Bestandteil der Gesamtkampagne sehr wichtig – allerdings sehe ich ein, dass das bei einer Konversion nicht so sehr ins Gewicht fällt wie im spezifischen DSA-Kontext.

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    1. belchion Beitragsautor

      Du hast natürlich vollkommen Recht, dass sie untypischen Charakteren den Einstieg erleichtert und Praiosgeweihte einfach mal als nette Menschen darstellt. Ich mag die Heimeligkeit des Szenarios. Die dargestellten Figuren empfinde ich bloß dermaßen übertrieben harmonisch und die Probleme dermaßen banal, wie man es sonst nur in Pixibüchern und Kinderserien findet. Auf die Erwartungshaltung der Konversion werde ich im Fazit noch kurz eingehen, da werde ich dann auch etwas zur Ehrenrettung der von mir geschmähten Abenteuer sagen.

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