Die Quanionsqueste ohne DSA: Mord im Sonnenlicht

Gemordet wird zwar in der Nacht, aber immerhin von Kultisten in der Stadt des Lichts. Wie es sich für einen echten Politthriller gehört, stolpern die Helden bei der Aufklärung über eine finstere Verschwörung.

Dieses Abenteuer fährt alles auf, was Aventurien zu bieten hat, daher bedeutet eine Übertragung auf eine andere Welt richtig viel Arbeit. Wie schon in Durch Finsternis zum Licht besteht das Problem mit den unterschiedlich geregelten Erkenntniszaubern, dazu kommen noch eine Menge Rätsel und Hinweise, die aventurisches Hintergrundwissen erfordern. Sie lassen sich zwar prinzipiell ersetzen, dies erfordert aber einigen Aufwand. Das gesamte Komplott basiert darauf, dass der Baumeister des Haupttempels ein Heiliger ist, dessen Gebeine als Reliquie im Allerheiligsten aufbewahrt werden, der zudem eine Familie gegründet und Nachkommen gezeugt hat. (Warum der Aufwand? Um Zauber zu umgehen, die Lügen entdecken können – immerhin wollen die Verschwörer die Praioskirche behumpsen, deren Geweihte sich darauf spezialisieren, die Wahrheit aufzudecken).

Einerseits ein großartiges Abenteuer. Alle Beteiligten verfügen über Ziele, Stärken, Schwächen, Einfluß, Macht. Sie hinterlassen zwar Spuren, stellen sich dabei aber größtenteils nicht dämlich an. Es wird sogar erklärt, was passiert, wenn die Helden es vermasseln – der Meister kann daher problemlos vermitteln, was auf dem Spiel steht.

Einzig die Sonnenlegionärin wirkt auf mich etwas psychopathisch, immerhin steckt sie den (von ihr mitverschuldeten) Mord an ihrem Geliebten ohne jegliche Gefühlsregung weg. Dies lässt sich aber problemlos ändern.

Doch nun das große aber: Das Abenteuer wimmelt nur so vor Flaschenhälsen, welche der Meister auch noch durch falsche Hinweise verstärken soll. Die Meisterhinweise erwecken bei mir den Verdacht, das Abenteuer wurde eher darauf getestet, inwieweit der Meister die Helden gekonnt am Spannungsbogen entlangführen kann als darauf, inwieweit es für sich steht. Die eingebaute Deus ex Machina wirkt aufgesetzt, trotz des passenden Pferdefußes (woher sollte Zadig das wissen?).

Bei mir hinterlässt das Abenteuer daher gemischte Gefühle, einerseits Epik, Spannung, tolle Meisterfiguren – andererseits ein zwanghaft aufrechterhaltener Spannungsbogen.

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