[TPK] Kompromisse & Menschen

Wieder einmal bin ich anderer Meinung als TPK und zwar in gleich zwei Punkten: Kompromisse und der Stellung von Menschen in den Forgotten Realms. Zum  Einen meine ich, daß soziale Interaktion – und damit auch Rollenspiel –nur mit Kompromissen überhaupt möglich ist. Man muss sich einigen, was man spielt: Welche Regeln man verwendet, auf welcher Welt man spielt usw. Diese Entscheidung fällt meistens noch recht leicht („Wir haben DSA und Aventurien da“), schwieriger wird es dann, wenn es ins Detail geht: Was für eine Kampagne wollen wir spielen? Darf der SL ein Thema festlegen („Wir spielen Piraten im Perlenmeer“) oder muss er sich ganz nach den Wünschen seiner Spieler richten („Wir wollen einen Streuner, einen Rondrageweihten und einen Borbaradianer spielen“)? Und – wollen wir überhaupt Borbaradianer als SC zulassen?

Gleiches gilt noch stärker, wenn man Eigenkreationen in die Regeln (Hausregeln) oder die Hintergrundwelt einbringen will. Bevor man das tut, sollte man sich zudem tunlichst mit der existierenden Welt / den Regeln auskennen,  nicht nur im Wortlaut, sondern auch in Punkto „wie sehen meine Mitspieler das?““. Einfach ein Ninjadojo ins Horasreich zu klotzen, weil man halt immer Ninjas spielt, ohne sich vorher  anzusehen, was das Horasreich ist und ob Ninjas da reinpassen, zeugt  einzig davon, daß man nicht bereit ist, sich auf den vereinbarten  Kompromiß (Spielwelt und Regeln) einzulassen. Dann lauthals zu meckern, weil man Kompromisse eingehen müsse, ist überheblich, egoistisch und schizophren.

Noch abstruser wird es, wenn man dabei versucht, seine eigene Sichtweise der Welt durchzudrücken, getreu dem Motto „„Die Forgotten Realms stellen den Menschen in den Mittelpunkt“.“ Nur steht der Mensch bei den  Forgotten Realms nicht im Mittelpunkt, auch wenn er laut  Hintergrundinformationen die „vorherrschende Rasse“ ist. Das mag ja grundsätzlich gelten, ist aber für das eigentliche Spiel nicht von Belang. In  Abenteuern und Spielrunden herrschen Elfen, Zwerge, Halborks usw. vor. Der Fokus der Forgotten Realms liegt eindeutig nicht auf  Menschen. Ähnlich sieht es auch mit der Magie aus, über die laut  Hintergrundinfo auch kaum einer verfügt, während in den Kreisen, in denen Abenteurer verkehren, magische Zahnstocher +5 üblich sind. Man darf hier Anspruch und Wirklichkeit einer Welt nicht  verwechseln, wenn in einem Spiel die Menschen im Vordergrund stehen  sollen, dann darf das nicht nur so im Hintergrundmaterial stehen, sondern muss sich im eigentlichen Spiel wiederspiegeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.