Rus’ für REIGN

Gestern abend ist mir beim Grübeln eingefallen, daß die Kiewer Rus’ eigentlich ein ziemlich toller Hintergrund für REIGN wäre: Ein Reich, daß formal vom Kiewer „Velikiy knyaz“ (Großfürst) als „Erstem unter Gleichen“ beherrscht wird, in dem aber de facto alle „knyaz“ (Fürsten) darum streiten, selbst Herrscher Kiews zu werden und gleichzeitig versuchen, von fremden Mächten als unabhängig anerkannt zu werden. Jeder Fürst, jeder Bojar hat seine Drużyna, sein bewaffnetes Gefolge. Gleichzeitig stehen die Mongolen vor der Tür, beziehungsweise haben sie schon durchschritten und ihre Statthalter vor Ort gelassen.

Um das Ganze noch etwas spannender zu gestalten, sind die Fürsten natürlich alle direkt miteinander verwandt, haben alle einen gemeinsamen Urahn, der daß Senioriatsprinzip eingeführt hat, wonach immer der Älteste seiner Nachfahren von Kiew aus über die Rus’ herrschen soll. Deutschritter, Litauer, Polen und Ungarn die teilweise Ansprüche auf Teile der Rus’ erheben. Bojaren, Fürsten und der Kaiser in Byzanz (und in seinem Gefolge die griechisch-orthodoxe Geistlichkeit), die mit Verrat und Intrigen um Einfluß und Macht in der Rus’ ringen.

Man ergänze den Fürsten Halič-Volyns (Galizien und Lodomerien), Daniil Romanovič, dessen Mutter mit ihm als kleinem Kind vor einem Umsturz nach Ungarn flüchtete, wo er in einem katholischen Umfeld griechisch-orthodox erzogen wurde, während sein jüngerer Bruder Vasilko unter der Obhut des Hofkaplans in Polen aufwuchst. Später eroberten die beiden Brüder das Reich ihres Vaters zurück, welches sie auch gemeinsam verwalteten. Als Antwort auf den Mongolenstum sucht er ein Bündnis mit dem Papst, welches aber letzlich sowohl am inneren Widerstand seiner Bojaren als auch an der Wankelmütigkeit der katholischen Herrscher scheitert. Zwar muß er sich der mongolischen Hauptmacht beugen, legt sich aber immer wieder erfolgreich mit ihren Statthaltern an.

Mithin: Machtkampf, Intrigen, und viele unterschiedliche Beteiligte. Was will man mehr?

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